Das letzte (Abend)Mahl

Von Tod zu neuem Leben: gemeinsam kulinarisch vom Totenmonat in Neues Leben

 

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie

angeschaut haben.” - Alexander von Humboldt


In der mittelsächsischen Kleinstadt Waldheim treffen verschiedene Kulturen aufeinander. In den sogenannten “bunten Häusern” leben Menschen mit Migrationshintergrund, die zum Teil noch mitten in ihrem Heimatsfindungsprozess stecken. Um ihnen diesen Prozess zu erleichtern und gleichzeitig mögliche Vorurteile der Waldheimer zunichte zu machen, soll dieses Projekt die verschiedenen Menschen zusammen und ins Gespräch bringen. So soll EINE Waldheimer Bevölkerung entstehen.
Auf der einen Seite soll dies durch einen Kochkurs geschehen, bei dem die jungen Bewohner und Bewohnerinnen der “bunten Häuser” den Waldheimern die jeweiligen kulinarischen Besonderheiten ihrer Herkunftsländer nahe bringen werden. So soll durch gemeinsames Kochen, Interagieren und Speisen Neues kennengelernt werden: von Geschmack und Zubereitungsarten - von Ästhetik zu Normen.
Im Anschluss an den gemeinsamen Verzehr der internationalen Speisen wird es eine Vernissage geben. In dieser werden die Fotografen Jan Svatos und Romi Strakova unter dem Titel “Die Arche der Lichter und Schatten” ihre Werke dem Publikum präsentieren. Mit Bezug auf die Vernissage wird es außerdem einen Vortrag von Aimee Ngumchueng zum Thema Kolonialismus geben, da dieser Themenschwerpunkt heutzutage leider häufig verdrängt wird. Parallel hierzu wird es außerdem einen Basar geben, auf welchem der Verein Orutindo Artefakte aus Afrika und Asien anbieten wird.

 

Den Abschluss des Tages bildet die Vorführung des preisgekrönten Filmes von Jon Svatos, der den gleichen Titel wie die Fotoausstellung trägt: “Die Arche der Lichter und Schatten”. Der Film beschreibt das Leben von zwei Pionieren der Kinematografie, speziell des Ethno-Dokumentarfilmes: Martin und Osa Johnson. Sie sind die Erfinder der heute so populären „wildlife documentary“. Ihre vor über hundert Jahren gemachten Filme inspirierten z. B. Robert Flaherty zu seinem einzigartigen Film über das Leben der Inuit: „Nanuk“ und faszinierten sowohl Hemingway als auch Charlie Chaplin. Des Weiteren sehen wir im Film unikate Aufnahmen aus einem Afrika vor über hundert Jahren. Als Filmemacher und Abenteurer haben es die Johnsons geschafft unserer Gesellschaft Einblicke in eine entschwindende Tierwelt und in andere Gesellschaften und Lebensformen zu geben: Sie trugen bei zur Bildung der Europäer und Amerikaner, verbreiteten Wissen contra Ignoranz. Im Anschluss an die Filmvorführung wird es eine Diskussion mit dem Publikum geben.