PISAN-ZAPRA

Entschleunigungscamp für Sinn und Reflexion

 

Im Malaiischen gibt es ein Wort für die Zeit, die es braucht, um eine Banane zu essen,

namens „Pisan-Zapra“.

Damit ist die wichtigste Essenz des Projektes treffend charakterisiert. Die Moderne, samt ihrer

Modi der Beschleunigung und Reizüberflutung macht auch vorm ländlichen Raum nicht halt,

spätestens seit der rasant fortschreitenden Digitalisierung. Gleichermaßen offenbaren sich die

Schattenseiten dieser Omnikommunikation und der beinahe überall verfügbaren Angebote.

Tod und neues Leben sind gewissermaßen die zentralen Begriffe. Begriffe wie „Burnout“ oder

„Depressionen“ sind nicht nur gängig, sondern beinahe führende Krankheitsbilder, die dem steten

Ringen mit dem Aufgeben, oder auch „dem Tod“ plausible Begriffe verleihen. Zweifel und

Sinnsuche sind zentrale Begriffe auf der Suche nach einem neuen Leben, nach einem einfacheren

Leben. Tod und neues Leben bilden als Leitmotive das Spannungsfeld der Moderne ab. Sie

konturieren die Hin- und Hergerissenheit, die insbesondere (aber nicht nur) bei jüngeren

Menschen überdeutlich ist.

Im ersten Teil des Projektes wird eine Art Pilotprojekt stattfinden. Zwölf junge Menschen

werden vier Tage im ländlichen Raum gemeinsam reflektieren, philosophieren, wandern, kochen,

Bogen schießen, meditieren, künstlerisch aktiv sein und erkennend umsetzen bzw. umsetzend

erkennen. Der Rahmen soll eine bis Dato einzigartige Konzeption sein: „Pisan-Zapra -

Entschleunigungscamp“. Tod und neues Leben stellen dabei die zentralen Ausgangspunkte dar

(insbesondere in Verbindung zum Leben auf dem Land). Während diesem gemeinschaftlichen

Leben dokumentiert jeder auf seine Art und Weise seine Eindrücke, Erfahrungen und Gedanken,

die einerseits eine wesentliche Rolle im zweiten Teil des Projektes spielen und andererseits in

Echtzeit Online aufbereitet werden. So wird die begrenzte Teilnehmerzahl, die sich aus dem

psycho-pädagogischen Gehalt ergibt, exponentiell und vor allem zeitgemäß erweitert. Essenziell

ist dabei das Zelebrieren des miteinander gelassenen Sprechens und aufmerksamen Zuhörens.

Ziel des Entschleunigungscamps ist es allerdings, entgegen des neoliberalen

Individualisierungstrends, alles gemeinsam zu tun und jedem einen Raum anzubieten,

sich in der Gruppe mitzuteilen.

Der zweite Teil des Doppelprojektes wird eine Veranstaltung in Form einer Erlebnislesung sein,

zu der die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. Die zuvor beschrieben künstlerisch-

kommunikativen Extrakte der ersten Projektphase werden sowohl ausgestellt, als auch

vorgelesen. Das Ganze wird mittels Musik aufgelockert und durch Einbeziehung des Publikums

abgerundet. Auch diese Veranstaltung wird parallel Online dokumentiert.