TOD, LEBEN UND SUCHT


DAS PROJEKT


Viele Jugendliche haben hier im ländlichen Raum durch ihren Alltag in Schule und Vereinen, sowie der gelebten Diaspora nicht mehr viel Kontakt untereinander und auch kaum Bezug zu ihren Ortsgemeinden. Sie sammeln sich in eigenen Gruppen oder in den Jugendclubs der Dörfer. In diesen Jugendclubs entstehen immer wieder Milieus in denen auch schon unter 16-jährige an Drogen wie Alkohol, Tabak und Cannabis kommen. Viele unterschätzen die suchtfördernden Wirkungen und kommen später nicht mehr heraus. Auch junge Geflüchtete kommen immer wieder in die Versuchung, mit legalen und illegalen Drogen einen Kick zu kriegen und dem Alltag zu entfliehen. In dem Projekt soll es darum gehen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu bieten, in einen Austausch mit Menschen zu treten, die ihre Sucht bekämpft haben (Fish Lausitz e.V.). Dabei sind sie aus ihrer Sucht, die ihnen den freien Willen genommen hat (Verlust des freien Willens entspricht hier dem Tod), herausgekommen und können in einem „Neuen Leben“ durchstarten. Es ergibt sich die Möglichkeit auch mit Geflüchteten Jungen Menschen über Sucht und Suchtmittel in ihren Herkunftsländern zu sprechen.

VERANSTALTUNGEN


Veranstaltung 1

Samstag, 9.11.19

ab 9:00 Ankunft der Teilnehmer

9:30   Begrüßung und Projektvorstellung

10:00 Seminar 1:   Gesprächsrunde Sucht Begegnung mit ehemals 

                süchtigen Menschen und Erläuterung, wie es zur Sucht 

                kommen kann und was es für Formen der Sucht gibt.

12:00 Mittagspause

13:00 Seminar 2:   Aus Tod wird Leben – 1 Töpfern von 

                Pflanzschalen

15:30 Kaffee und offene Gesprächsrunde

16:00 Abschluss und thematische Überleitung zum 2. Teil des 

                Projektes

ca. 17:00 Abreise

Veranstaltung 2

Samstag, 14.12.19

ab 9:00 Ankunft der Teilnehmer

9:30   Begrüßung und Projektvorstellung

10:00 Seminar 1:   Gesprächsrunde Entzug

                Aufklärung über Entzugsbehandlungen und -möglichkeiten

11:00 Seminar 2:   Aus Tod wird Leben – 2

                Bemalen und Bepflanzen der gebastelten Schalen

12:00 Mittagspause

13:00 Seminar 3:   Fotosession

                Die Teilnehmer sollen ausdrucksstarke Fotos zum Thema schießen.                        Diese werden dann im Begegnungskaffe oder der kath. Kirche                                Hoyerswerda ausgestellt.

15:00 Kaffee und offene Gesprächsrunde

15:15  Seminar 4:   Sucht hier und anderswo

                Vortrag zu Sucht hier und in Afrika, Möglichkeiten des Entzugs,                             gesellschaftliche Probleme

16:30 Abschluss Auswertung der Projekttage

ca. 17:00 Abreise



"Gibt es wirklich keinen Ausweg – oder traust du dich nur nicht, ihn zu gehen?“ - Peter Hohl 



Die weitestgehend ländliche Region der Oberlausitz hat seit der deutschen Wiedervereinigung stark mit den Folgen von Abwanderung zu kämpfen. Mangelnde berufliche Perspektiven veranlassen junge Erwachsene, die Region zu verlassen. Die daraus resultierende niedrige Geburtenrate führt zusammen mit der Abwanderung zu einer Überalterung der Oberlausitz.

Zurück bleiben Jugendliche, die aufgrund ihres Alltags in Schulen und Vereinen, sowie der gelebten Diaspora, nach und nach den Kontakt zueinander und zu ihrer Ortsgemeinde verlieren. Gelegentlich sind die örtlichen Jugendclubs Anlaufstelle für jungen Menschen. Doch leider entstehen in diesen Jugendclubs immer wieder Milieus, in denen die Jugendlichen und zum Teil auch Kinder mit Alkohol, Tabak oder Cannabis in Berührung kommen. Aus Gruppenzwang und dem Wunsch nach Zugehörigkeit, kann sich schnell eine Sucht entwickeln, aus der es große Anstrengungen bedarf, einen Ausweg zu finden.

Auch junge Geflüchtete sehen im Konsum von Rauschmitteln eine Möglichkeit, ihrem Alttag und ihren Erinnerungen zu entfliehen.

Ziel des Projektes ist es, eine Möglichkeit für Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen, mit Menschen in Austausch zu treten, die es geschafft haben, ihre Sucht zu überwinden. Diese Menschen haben es geschafft, sich aus ihrer Sucht, die ihnen den freien Willen genommen hat, zu befreien und in ein neues Leben voller Perspektiven zu starten. Für mehr interkulturellen Austausch besteht die Möglichkeit, mit geflüchteten jungen Menschen über Suchtmittel und die Suchtproblematik in ihren Herkunftsländern ins Gespräch zu kommen.

Das Projekt wird an zwei verschiedenen Tagen und Orten stattfinden, um unterschiedlichen Menschen die Möglichkeit des Austauschens zu bieten. 

Am ersten Veranstaltungstag werden die Teilnehmenden angehalten, ihre Erlebnisse und mögliche Gründe für ihr Suchtverhalten in Worte zu fassen und niederzuschreiben. Die Papiere werden anschließend zerkleinert und werden später eine tragende Rolle im weiteren Veranstaltungsverlauf einnehmen. Unter Anleitung einer Töpferin sollen am ersten Thementag Schalen und Gefäße entstehen. Zum Abkühlen nach dem Brennvorgang werden die persönlich gestalteten Gefäße in den zuvor zerkleinerten Schriftstücken zum Abkühlen aufbewahrt. Diese verbrennen dabei und symbolisieren das Loslassen der Teilnehmenden an alten Mustern, an schlechten Gewohnheiten und der Machtlosigkeit der Sucht. Die Gefäße werden mit Pflanzen bestückt und stehen für einen neuen Lebensabschnitt, den die Teilnehmenden nun gestärkt beginnen können. In einer Ausstellung zum „Tag der offenen Tür“ des Fish Lausitz e.V. können die entstandenen Kunstwerke bestaunt werden.

 

Am zweiten Veranstaltungstag werden die Gefäße erneut ausgestellt. Nach einem Gottesdienst haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, mit Jugendlichen und Vereinsmitgliedern über die Themen Sucht und Suchtberatung durch die Kirche ins Gespräch zu kommen.

Kontakt


Kolpingjugend-dvgoerlitz@gmx.de

oder telefonisch unter der: 0159 / 02127402